Pinguine stellen neues Torhütergespann vor
Marko Suvelo und Dustin Haloschan sollen es richten! Die Verantwortlichen des Bremerhavener Bundesligisten hatten den Vertretern der Presse nicht zu viel versprochen, als man heute zur PK in die Zentrale der Bremerhavener swb geladen hatte. Knisternde Spannung lag in der Luft, und trotz der Sommerpause war eine stattliche Anzahl Medienvertretern erschienen, um dabei zu sein, als das Geheimnis der beiden Neuzugänge gelüftet wurde. Mit Sicherheit wird niemand sein Kommen bereut haben, denn als Marko Suvelo die Bühne des Geschehens betrat, wurde dies mit einem freundlichen Raunen begleitet. „Der verlorene Sohn“ ist wieder an die Unterweser zurückgekehrt, kommentierte swb Bremerhaven Geschäftsführer Jörn Hoffmann den Auftritt des Torhüters, der in der Seestadt mit Eishockey Geschichte geschrieben hat
Nach Marko`s Abschied war der Kontakt mit ihm nie abgerissen. In unregelmäßigen Abständen wurde immer wieder der Kontakt gepflegt und beide Seiten haben sich nie aus den Augen verloren. Ob während seiner Engagements in Heilbronn, Bad Tölz, Leipzig oder Crimmitschau, stets war man bestens untereinander informiert und stets war man sich einig darüber, dass Marko einem weiteren möglichen Engagement nicht abweisend gegenüberstand. Die "finnische Mauer" machte nie ein Hehl daraus, dass er sich in Bremerhaven mehr als pudel wohl gefühlt habe. So bedurfte es nach Abschluss dieser Spielzeit auch keiner langen Überredungskünste, Marko zur Rückkehr an den Wilhelm Kaisen Platz zu bewegen. Ab August wird er nun wieder mithelfen, zusammen mit der dann größten Teils doch neu formierten Mannschaft die Fischtown Pinguins zu alter Stärke zurück zu führen.
Kari Takko, ehemaliger Toptorhüter von Ässet Pori war es, der Suvelo zu Beginn der Saison 1999/2000 mit den besten Empfehlungen an den Wilhelm-Kaisen-Platz geschickt hatte. Ein, wie sich sehr schnell herausstellen sollte, einmaliger Glücktreffer für die Pinguine, der mit Gewinn der Deutschen Meisterschaft nach Ende der Saison 2001/2002 seinen Höhepunkt fand.
Der am 31. Oktober 1975 im finnischen Riihinaki geborene Marko entdeckte schon bald seine für finnische Jugendliche normale Liebe zum Eishockey. Als Junior spielte er bei K-Nikkarit und TuusKi, bevor er mit 17 Jahren bereits zu HPK Hämeenlinna wechselte, dem Klub bei dem auch in Deutschland bestens bekannte Torhüter wie Kari Rosenberg und Petri Engman zwischen den Pfosten standen. Nach zwei Jahren in der Junior Liga und einem Jahr in der finnischen Extra Liga wechselte er von Hämeenlinna nach Pori, wo er zusammen mit vier weiteren Torleuten von Kari Takko hervorragend ausgebildet wurde. Um Spielpraxis zu erlangen, wechselte er für sechs Monate in die zweite schwedische Liga nach Kiruna. Dem Ruf des finnischen Zweitligisten SaPKo Savonlinna folgend kehrte er aber schon bald wieder in seine Heimat zurück. Während der zweiten Hälfte der Saison 97/98 und im Laufe der Spielzeit 98/99 erwarb sich der damals 24jährige den Ruf, einer der besten Torhüter der zweiten finnischen Liga zu sein. Diesen Ruf wurde er in Bremerhaven schnell gerecht. Nach dem Erwerb der Deutschen Meisterschaft wechselte Suvelo nach Heilbronn, von dort weiter über Schwenningen, Bad Tölz, Preußen Berlin und Bietigheim nach Crimmitschau, wo er die letzten beiden Spielzeiten zwischen den Pfosten stand.
Zusammen mit Ehefrau Miia und seinen mittlerweile drei Kindern wird Suvelo Anfang August an die Unterweser reisen um endlich wieder für seine Fischtown Pinguins zu spielen. Suvelo: „In meinem Herzen bin ich immer ein Pinguin geblieben. Hier in Bremerhaven habe ich zum ersten Mal in Deutschland Eishockey gespielt und hier möchte ich nun, am besten bis zum Ende meiner Karriere, auch bleiben. Wir freuen uns auf Bremerhaven, der Geburtsstadt unseres ältesten Sohns, auf die grandiosen Fans, die Stadt und auch alle Verantwortlichen, zu denen wir nie den Kontakt verloren hatten. Es ist schön, wieder daheim zu sein!“
Dustin Haloschan wird Back Up
Er ist jung, talentiert und hat schon für so manche Überraschung gesorgt. Die Rede ist von Dustin Haloschan, der neuen Nummer Zwei zwischen den Pfosten des Seestadt Klubs. Dreizehn Jahre sind vergangen, seit Dustin Haloschan seinem Heimatverein Neuss entwachsen, über Krefeld, Köln, Berlin, Mannheim und Ingolstadt zu einem Torhütertalent gereift ist, dass sich nun in der 2. Eishockey Bundesliga langsam aber sicher an die raue Luft des Profisports gewöhnen soll.
Sicherlich hat Haloschan bereits in der letzten Saison, als er hinter Dimitri Pätzold mit der Nummer 93 seinen Dienst seinen Dienst bei den Ingolstadt Panthern versah, schon die eine oder andere Erfahrung im Profibereich machen dürfen, ernsthaft geprüft wurde er an der „Schanz“ jedoch nicht. Dies soll sich in der neuen Saison ändern. Unter den Fittichen von Gunnar Leidborg soll Haloschan seinen nächsten Schritt ins Profileben wagen.
Neben den Gewinn der DNL-Meisterschaft im Jahre 2008 mit den Mannheimer Jungadlern konnte Dustin Haloschan den vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere im Januar 2008 feiern. Da nämlich durfte der gebürtige Kaarster gemeinsam mit den Mannheimer Jungadlern das renommierte Jugend-Turnier im kanadischen Drummondville - eine Sensation. Zum zweiten Mal erst in der mittlerweile 47-jährigen Historie des Traditionsturniers kam der Sieger nicht aus Kanada. Nur ein Mal, 1986, ging der Titel an die Kaderschmiede von Dynamo Moskau. Nicht zuletzt Haloschan war es zu verdanken, dass die Jungadler nach einem hervorragenden Auftritt des Goalies, der bei diesem Event übrigens auch zum besten Torhüter des Turniers gewählt worden war, diesen Erfolg feiern konnten.
In Bremerhaven ist man sich sicher, dass man mit der Verpflichtung des gerade erst 19 Jahre jungen, 190 cm großen und 95 kg schweren Torhüters keinen Fehler gemacht hat. Haloschan, der in der DNL mit einem Gegentorschnitt von 1,77 glänzen konnte, muss sich aber anstrengen, um den hohen Anforderungen eines Gunnar Leidborg gerecht zu werden. Kann er jedoch Leidborgs Vertrauen gewinnen, dann hat mit Sicherheit auch er die richtige Entscheidung getroffen.
















